Motorflug

Die Grundberechtigung PPL oder LAPL:

Neben der klassischen PPL Ausbildung nach JAR FCL kannst Du bei uns auch ab sofort die neue Lizenz LAPL(A) (light aircraft pilot license) erwerben. Diese erlaubt Flugzeuge bis max. 2000 Kg Abfluggewicht und max. 4 Personen innerhalb Europas zu fliegen. Die Theorieprüfung entspricht jener der PPL(A), die praktische Ausbildungszeit umfasst Miminum 30 Stunden. Diese Lizenz ist am ehesten relevant für Personen, die aus einer anderen Flugsportart kommen (z.B. UL, Segelflug, TMG..). Ein echter Anfänger wird es kaum schaffen die Ausbildung mit den 30 Mindeststunden abzuschließen. Aber auch für jene, die aus irgendwelchen Gründen kein medical Klasse 2 bekommen, könnte diese neue Lizenz interessant sein. Diese Grundberechtigung stellt die Basis für alles Weitere dar. Zur PPL oder LAPL-Grundberechtigung erwirbst Du eine oder mehrere Klassenberechtigungen.

Die Klassenberechtigungen:

„TMG“ – Touring Motor Glider
Darunter versteht man Reisemotorsegler wie eine Dimona, einen Scheibe-Falken oder eine Grob G109. TMG unterscheiden sich vom „Motorflugzeug“ heutzutage nur mehr unwesentlich. Besonders bei den Flugleistungen sind viele TMG den klassischen Motorflugzeugen sogar weit überlegen.

„SEP“ – Single Engine Piston
Dies bedeutet einmotorige Landflugzeuge mit Kolbenmotor.
Klassiker wie die Cessna150/172/182 oder Piper PA 28 u.Ä. zählen hierzu.
Aber auch moderne Motorflugzeuge wie die Aquila oder die Katana (fast baugleich wie Dimona, nur schwächer) kannst Du damit fliegen.

Es besteht die Möglichkeit bei der Prüfung gleich mehrere Klassenberechtigung gleichzeitig zu erwerben oder aber auch Schritt für Schritt zu ergänzen, was man dann auch wirklich braucht.

Die Nachtsichtflugausbildung (NVFR):
Für die Durchführung von Flügen bei Nacht (NVFR) sind mindestens fünf zusätzliche Stunden auf Flugzeugen bei Nacht durchzuführen, davon drei Stunden mit Fluglehrer mit mindestens einer Stunde Überlandflugnavigation sowie fünf Alleinstarts und fünf Alleinlandungen bis zum vollständigen Stillstand.
Diese Qualifikation wird in die Lizenz eingetragen. Diese Berechtigung kann (muss aber nicht) im Rahmen der PPL-Ausbildung erworben werden.

weiters bilden wir aus für:
Flugzeug-Schlepp
Banner-Schlepp

Die theoretische Ausbildung:

Abhängig von den Anforderungen der von Dir angestrebten Berechtigung und Deiner eventuell vorhandenen Vorausbildung findet die theoretische Schulung entweder im Rahmen von
Gruppenkursen oder in individuellen Einzelschulungen statt.

Dabei erarbeitest Du unter fachkundiger Führung der vortragenden Fluglehrer bzw. Experten gemeinsam mit anderen FlugschülerInnen das entsprechende Fachwissen in den folgenden Gegenständen:

* Luftrecht und ATC-Verfahren
* Allgemeine Luftfahrzeugkunde
* Flugleistung und Flugplanung
* Menschliches Leistungsvermögen
* Meteorologie
* Navigation
* Betriebliche Verfahren
* Aerodynamik
* Sprechfunkverkehr

Gesamtdauer ca. 100 Stunden

Die Ausbildung in Theorie erstreckt sich bei der Abendkursversion üblicherweise über 3 – 4 Monate.
Bei einer individuellen Einzelschulung kann die Prüfungsreife für die Theorieprüfung innerhalb 3 Wochen erreicht werden!

Die praktische Flugausbildung:

Als Bewerber für einen Privatpilotenschein musst Du – in Summe 45 – mindestens 25 Stunden mit einem Fluglehrer und mindestens zehn Stunden im Alleinflug unter Aufsicht nachweisen, darin müssen mindestens fünf Stunden im Allein-Überlandflug mit mindestens einem Flug über eine Strecke von mindestens 270 km enthalten sein, bei dem auf zwei vom Startflugplatz verschiedenen Flugplätzen, Landungen bis zum vollständigen Stillstand durchzuführen sind („Dreiecksflug“: z.B. Graz – Punitz – Niederöblarn – Graz).

Die Dauer der praktischen Ausbildung wird von vielen Faktoren – zum Beispiel Wetter, Deine zeitliche Verfügbarkeit, Verfügbarkeit von Fluggerät – beeinflusst.
Das heißt, bei entsprechendem Einsatz Deinerseits muss mindestens mit einer Gesamtausbildungsdauer von ca. 4 – 6 Monaten gerechnet werden.
So Du über die Winterzeit schulen möchtest, kann das aufgrund der Witterung (Nebel, Schnee, etc.) auch etwas länger dauern.

Deine Lernziele:
* Flugvorbereitung, einschließlich Bestimmung von Masse und Schwerpunktlage, Kontrolle und Bereitstellung des Flugzeuges;
* Platzrundenverfahren, Verfahren zur Vermeidung von Zusammenstößen und Vorsichtsmaßnahmen;
* Führen des Flugzeuges mit Sicht nach außen;
* Grenzflugzustände im unteren Geschwindigkeitsbereich, Erkennen und Beenden von beginnenden und voll überzogenen Flugzuständen;
* Grenzflugzustände im oberen Geschwindigkeitsbereich, Erkennen und Beenden von Spiralsturzflugzuständen;
* Starts und Landungen mit und ohne Seitenwind;
* Starts mit höchstzulässiger Leistung auf kurzen Pisten und unter Berücksichtigung der Hindernisfreiheit und Landungen auf kurzen Pisten;
* Führen des Flugzeuges ausschließlich nach Instrumenten, einschließlich einer Horizontalkurve von 180°;
* Überlandflüge mit Sicht nach außen, Koppelnavigation und Funknavigationshilfen;
* Notverfahren, einschließlich simulierter Ausfälle der Flugzeugausrüstung; und
* An- und Abflüge von und zu kontrollierten Flugplätzen, Flüge durch Kontrollzonen,
* Einhaltung von Flugverkehrsverfahren, Sprechfunkverkehr und Sprechgruppen.

Die Theorieprüfung:

Nach der erfolgreich abgelegten, hausinternen Vorprüfung erhältst Du die Bescheinigung über die Prüfungsreife zur Theorieprüfung.
Diese findet bei der Austro-Control GmbH in Wien statt.
Die theoretische Prüfung basiert auszugsweise auf Fragen aus einem publizierten Fragenkatalog im Multiple-Choice Verfahren.
Alle wichtigen Informationen zur Theorieprüfung erhältst Du auf der PRÜFUNGSSEITE DER AUSTRO-CONTROL.
Den Prüfungsfragenkatalog kannst Du zur effizienten Prüfungsvorbereitung auch DOWNLOADEN.

Gegenstände:
* Luftrecht und ATC-Verfahren
* Allgemeine Luftfahrzeugkunde
* Flugleistung und Flugplanung
* Menschliches Leistungsvermögen
* Meteorologie
* Navigation
* Betriebliche Verfahren
* Aerodynamik
* Sprechfunkverkehr

Die Absolventen unserer Lehrgänge erreichen üblicherweise Ergebnisse von weit über 90% (gefordert sind 75%)!

Die praktische Prüfung:
Umfasst einen Prüfungsflug zu einem, Dir vorher bekannt gegebenen Flugplatz/-hafen. Du bereitest diesen Flug selbständig vor.

Im Detail sieht die Durchführung dann so aus:
* Abflug
Gebrauch der Checkliste, Verhalten als Pilot (Fliegen des Flugzeuges mit Sicht nach außen, Eisverhütungs-/Enteisungsverfahren etc.) gelten für alle Abschnitte:
Flugvorbereitung einschließlich Dokumentation und Flugwetterberatung
Berechnung von Masse, Schwerpunktlage und Flugleistung
Kontrolle und Bereitstellung des Flugzeuges
Anlassen der Triebwerke, Verfahren nach dem Anlassen
Rollen, Flugplatzverfahren, Verfahren vor dem Start
Start und Kontrollen nach dem Start
Abflugverfahren
Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle Einhaltung der Flugverkehrsverfahren /
Sprechfunkverfahren

* Allgemeine Flugübungen
Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle Einhaltung der Flugverkehrsverfahren /Sprechfunkverfahren
Geradeaus- und Horizontalflug bei verschiedenen Geschwindigkeiten
Steigflug:
i. Beste Steiggeschwindigkeit
ii. Steigflugkurven
iii. Übergang zum Horizontalflug
Kurven (mit 30° Querneigung)
Steilkurven (mit 45° Querneigung) (einschließlich Erkennen und Beenden eines kritischen Flugzustandes)
Grenzflugzustände im unteren Geschwindigkeitsbereich mit und ohne Landeklappen Überzogener Flugzustand:
i. Überzogener Flugzustand in Reiseflugkonfiguration und Beenden mit Motorhilfe
ii. Annäherung an den überzogenen Flugzustand in einer Sinkflugkurve mit 20° Querneigung, Anflugkonfiguration
iii. Annäherung an den überzogenen Flugzustand in Landekonfiguration
Sinkflug:
i. Mit und ohne Motorhilfe
ii. Sinkflugkurven (steile Gleitflugkurven)
iii. Übergang zum Horizontalflug

* Überlandflug
Flugplan, Koppelnavigation, Gebrauch der Navigationskarten
Einhalten von Flughöhe, Steuerkurs und Fluggeschwindigkeit
Orientierung, Berechnung und Korrektur von voraussichtlichen Ankunftszeiten, Ergänzung (Berichtigung) des Flugplanformulares
Fliegen zum Ausweichflugplatz (Planung und Durchführung)
Gebrauch von Funknavigationshilfen
Flug nach Instrumenten (180°-Kurve bei simulierten Instrumentenflug-Wetterbedingungen)
Flugmanagement (Kontrollen, Kraftstoffversorgung und Prüfung auf Vergaservereisung etc.)
Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle Einhaltung der Flugverkehrsverfahren /Sprechfunkverfahren

* Anflug und Landeverfahren
Anflugverfahren
Ziellandung (Landung auf kurzen Pisten), Seitenwindlandung, wenn entsprechende Bedingungen vorliegen
Landung ohne Landeklappen
Landeanflug ohne Motorhilfe (nur einmotorige Flugzeuge)
Aufsetzen und Durchstarten
Durchstarten aus geringer Höhe
Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle: Einhaltung der Flugverkehrsverfahren /Sprechfunkverfahren
Tätigkeiten nach Beendigung des Fluges

* Außergewöhnliche Verfahren und Notverfahren
Dieser Abschnitt kann mit einem der obigen Abschnitte verbunden werden.
Simulierter Triebwerksausfall nach dem Start (nur einmotorige Flugzeuge)
Simulierte Notlandung (nur einmotorige Flugzeuge)
Simulierte Sicherheitslandung (nur einmotorige Flugzeuge)
Simulierte Notfälle

* Simulierter Triebwerksausfall und einschlägige, auf das Muster bezogene Übungen
Dieser Abschnitt kann mit obigen Abschnitten verbunden werden.
Simulierter Triebwerksausfall während des Starts (in sicherer Höhe, sofern nicht in einem Flugsimulator durchgeführt)
Anflug und Durchstarten mit simuliertem Triebwerksausfall
Anflug und Landung bis zum vollständigen Stillstand mit simuliertem Triebwerksausfall
Triebwerkausfall, Abstellen und Wiederanlassen
Verbindung zur Flugverkehrskontrollstelle Einhaltung der Flugverkehrsverfahren /Sprechfunkverfahren, Verhalten als Pilot (airmanship)

Toleranzen bei all den Übungen sind wie folgt:
Flughöhe
– normaler Flug ±150 ft
– mit simuliertem Triebwerksausfall ±200 ft

Steuerkurs/Einhalten einer Funkstandlinie
– normaler Flug ±10°
– mit simuliertem Triebwerksausfall ±15°

Geschwindigkeit
– Start und Anflug +15/-5 Knoten
– alle anderen Flugzustände ±15 Knoten

Dies wird für Dich kein Problem darstellen, hast Du doch alle diese Aufgaben mehrfach mit Deinem Fluglehrer geübt und gefestigt.