Michael und Andreas vertreten dieses Jahr unseren Verein bei der Zentralen Österreichischen Staatsmeisterschaft in Niederöblarn. Beide treten in der 114er Klasse an und nach einem verregnetem Wochenende nimmt das Wetter und auch der Bewerbsbetrieb nun so richtig fahrt auf.
Die aktuellen Streckenaufgaben und Zwischenergebnisse kann man unter folgendem Link jederzeit einsehen:
Tasks und Tageswertungen
Andi blogt auch seine Flüge im ‚Flog‘ der Sis.at. gestern hat er folgendes zu seinem Flug geschrieben:
Zweiter Tag der Staatsmeisterschaft
Beim Abflug war ich mir noch nicht sicher, ob ich es überhaupt bis zum Katschberg schaffen würde. Ich bin noch nie über den Alpenhauptkamm geflogen und kannte Mauterndorf nur von der Karte. Nach anfänglichen Problemen mit der seltsamen Thermik am Ausklinkpunkt ging es dann überraschend gut los. Voll motiviert und mit ausreichend Höhe flog ich ins unbekannte Gebiet – und als ich im Süden ankam, lief es dort gleich richtig gut.
Die erste Wende war schnell gemacht, ich war immer noch hoch motiviert. Danach ging es sofort zurück zu meinem ersten guten Aufwind auf der Südseite. Der ging wieder genauso gut – aber leider nur für ein paar Kreise. Ich bin dort etwas zu hoch angekommen; da hätte ich ruhig mehr Gas geben können.
Durch die Tauern hatte ich richtig Spaß – bis zum Bösenstein. Nach der Talquerung war plötzlich alles etwas niedriger, und ich war nicht mehr ganz so tiefenentspannt. Ich hatte große Hoffnungen in die Messnerin gesetzt, aber die hat leider nicht so richtig geliefert. Und dann verschwand auch noch meine liebe Sonne hinter einem Schirm.
Damit ich sicher nach Hause komme, beschloss ich, direkt zu wenden. Von da an ging es steil bergab. Nach dem ersten Funkspruch in Timmersdorf habe ich mich noch mit ein paar Vögeln nach oben gekämpft – bis sie einfach davongeflattert sind. Schließlich bin ich in Timmersdorf gelandet und habe den anderen beim Kämpfen zugesehen. Als dann noch zwei weitere gelandet sind, hat das meine Laune doch wieder ein bisschen verbessert 😅
Ich freu mich schon mega auf morgen!!
Vierter Tag der Staatsmeisterschaft
Nach dem gestrigen AAT-Task gab es heute wieder eine einfache Racing-Aufgabe entlang der Rennstrecke im Ennstal/Pinzgau: Niederöblarn – Gerlos und zurück.
Nach dem Ausklinken war die Thermik noch nicht ganz entwickelt und die Wolken sahen etwas seltsam aus, aber ich konnte mich gut halten. Nach ein paar kleinen Experimenten in der Umgebung öffnete sich die Startlinie, und ich entschloss mich bald zum Abflug. Direkt vor der Linie konnte ich noch auf 2.600 m aufkurbeln.
Dann ging es Richtung Gumpeneck – das funktionierte nicht ganz so wie erwartet, also gleich weiter zur nächsten Bergrippe. Ich querte das Tal, um auf die Nordseite zu wechseln und die Rossbrand-Linie zu fliegen, von der ich am Morgen gehört hatte. Am Stoderzinken war ich dann noch knapp über Grat und flog direkt weiter Richtung Dachstein, da alles trug.
Unterwegs kurbelte ich nochmal etwa 400 m und flog dann entlang des Dachsteins über den Rossbrand gemütlich bis nach Zell am See. Das Pinzgau kannte ich schon, und die Wolkenlinie sah vielversprechend aus. Es war spannend herauszufinden, auf welcher Seite der Wolken es am besten ging, um eine möglichst gute Route zu wählen. Mit nur wenigen Kreisen ging es dann bis zur Wende – und auch zurück nach Zell am See war relativ easy.
Voller Optimismus flog ich dann auf recht direktem Kurs zurück Richtung Niederöblarn. Eine schöne Wolke am Schneeberg ließ ich links liegen, da es geradeaus über dem Hochgründeck besser aussah – ein fataler Fehler. Ich kam tiefer an als erwartet und fand keine Thermik, oder sie war einfach nicht da.
Meine Option B bestand darin, auf dem Weg zur Landewiese noch etwas Brauchbares zu finden – aber da war nichts. Nach zwei „Nuller“-Kreisen entschied ich mich für eine lange, gemähte Kat.A-Wiese. Ich hatte noch etwas Höhenreserve und nutzte sie, um mit geringer Hoffnung auf Erfolg noch den Hang an der Südseite zu probieren.
Und tatsächlich fand ich dort schwaches Steigen und konnte nach einiger Zeit zwei kreisende Vögel beobachten, die mir beim Zentrieren halfen. Nach einem langen Kampf in den wärmeren, unteren Luftschichten war es ein wunderbares Gefühl, als es langsam wieder kühler wurde, das Steigen stärker einsetzte und mein Sauerstoffgerät plötzlich wieder der Meinung war, es sei nun angebracht, etwas Sauerstoff abzugeben.
Und es ging endlich in den Endanflug! Warum ich dann doch etwas zu tief im Ziel ankam, verstehe ich noch nicht – mein Rechner hatte eigentlich +40 m angezeigt. Die „Ausgrabungsaktion“ hat mir zwar meinen anfangs ganz guten Schnitt verhagelt, aber ich denke, ich weiß, was ich beim nächsten Mal besser machen kann. Mal sehen
Sechster Tag der Staatsmeisterschaft
Der letzte Task dieser Woche war ein 2-Stunden-AAT – erst Richtung Osten, dann in den Westen. Da meine Schnittgeschwindigkeit noch nicht so hoch ist, war mein Plan von Anfang an, beide Kreise nur anzuschneiden und gegebenenfalls im Osten zu verlängern.
In meinem Streckenflugcomputer habe ich jetzt Remaining Time und Estimated Time of Task Completion. Damit kann ich im Blick behalten, ob ich es mit der aktuellen Geschwindigkeit pünktlich ins Ziel schaffe.
Nach dem Start habe ich beim Gumpeneck auf 2.900 m aufgekurbelt und auf die Öffnung der Startlinie gewartet. Um 13:22 Uhr war es dann soweit. Ich versuchte gleich, in exakt 2.800 m Höhe mit 160 km/h (den erlaubten Limits) über die Startlinie zu fliegen. Beim ersten Durchflug war ich allerdings etwas zu schnell und musste einen Kreis drehen, um in der richtigen Geschwindigkeit erneut zu starten.
Heute gab es wieder Wolken, und Richtung Bösenstein war es gut gezeichnet. Ich traf die Thermik relativ zuverlässig, allerdings blieben die Steigwerte etwas unter meinen Erwartungen. Trotzdem war ich zufrieden und dachte, ich sei superschnell. Die Querung zum Admonter Reichenstein war absolut unproblematisch – ich kam weit über Grat an und entdeckte sofort einen kreisenden Paragleiter.
Im Nachhinein hätte ich grundsätzlich immer etwas früher weiterfliegen sollen, denn oben heraus war die Thermik oft nicht mehr so gut. Aber die letzten Tage hatten mich vorsichtiger gemacht, was die Höhe angeht 😅. Statt zum Admonter Reichenstein hätte ich auch gleich tiefer in den Triebener Hausbart fliegen können, wo ein schönes Wölkchen stand. Von dort aus den Kreis anzuschneiden, war dann ein reiner Genuss: genug Höhe, alles trug – und die Gesäuse-Gegend von oben ist einfach beeindruckend. Dort war ich noch nie alleine unterwegs, aber ich komme sicher bald wieder!
Richtung Westen lief es dann gewohnt gut – vielleicht sogar besser. Anfangs versuchte ich, eher in den höheren Bergen zu fliegen, verlor dort aber eher Zeit beim Suchen. Am Hauser Kaibling kurbelte ich den Endanflug aus, weil ich dort auch in den letzten Tagen Glück gehabt hatte. Eine Rippe davor kreiste zwar verlockend ein Flugzeug, aber ich denke, die Entscheidung war richtig.
Der Endanflug war etwas zu hoch, aber gut kalkuliert. Mit 200 km/h ging es Richtung Ziel, den Fahrwerkshebel mit der rechten Hand fixiert, damit er bei einer Böe nicht aus Versehen ausfährt 😅. Nach dem Aussteigen war ich total happy – auch wenn mein tatsächlicher Schnitt mindestens 10 km/h langsamer war, als ich erwartet hätte. Im Rückblick ergibt das Sinn, und ich glaube, ich verstehe, wo ich optimieren kann.
Es macht mir immer mehr Spaß, Wettbewerbsaufgaben zu fliegen. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten und hoffe, dass ich dieses Jahr noch einmal in die Luft komme. Es war eine tolle Woche, und ich habe wieder einmal unendlich viel dazu gelernt.






